klimaneutral

bis 2030 ? 

8 Familien bilanzieren ihre 
CO2-Emission seit 2010

  • Wer sind wir?
  • Wo leben wir?
  • Unsere Ziele
  • Was hat sich für uns verändert?
  • Wie fing es an? 
  • Meine Klimasünde, von der ich schwer lassen kann 
  • Vorsätze für die nächsten Jahre?
  • Was haben wir erreicht? Unsere CO2-Bilanzen

Moin, ich bin Rudolf
Klimaschutz macht die Welt friedlicher. Ich will Euch erklären warum .....

Ich bin Irma.
Fliegen, das war einmal ...

Ich bin Jörg.
Wandel und die Entwicklungen der Energietechnik haben mich schon immer beruflich und privat interessiert. Mit dem Klimawandel hat diese Technik stark an Bedeutung ...... 

Hallo, ich bin Hans,  
Ich mache fast alle Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Ich freue mich immer wieder darüber, dass ich mit dem Fahrrad direkt vor den Geschäften halten kann. Parkplatzsuche war gestern ...

Hallo, ich bin Katrin,

die Suche nach Möglichkeiten mein Leben klimagerechter zu gestalten, hat mich zur Klimaköchin gemacht. Durch mein Essverhalten kann ich viel bewegen .... 

Ich heiße Ulrike,
es begeistert mich besonders, dass sich gute Ansätze Einzelner durch den Austausch multiplizieren, innerhalb der „Klima-Gruppe“ und auch außerhalb, durch das Weitertragen zu den Kindern, Freunden und ....... 

Ich bin Ute,

ich liebe die Natur mit ihren Pflanzen, Tieren, Menschen .....

Es ist mir wichtig, diese Vielfalt und Schönheit durch meinen Lebenstil nicht noch weiter zu gefährden. 

Hallo, ich bin Gertje,

der Austausch mit unserer Klimagruppe motiviert mich. Die vielen Anregungen zum Klimaschutz und nicht zuletzt die gemeinsamen Feste gefallen mir sehr. 

Ich bin Andreas.
Für den Klimaschutz brauchen wir die Akzeptanz und die Umsetzung im Kleinen. Das ist für mich das Interessante und Spannende am Klimabündnis ....

Hallo, ich bin Kathrin
für mich ist Klimaschutz mehr als Energieeffizienz und Energieeinsparung. .....

Ich bin Christian.
"Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" sind Ziele, die mich schon lange antreiben. 

Durch das Mittun in unserer Klimagruppe habe ich die Möglichkeit, etwas praktisch für die Umsetzung

der Ziele zu tun.

Ich bin Karin.
Wir können mit unseren Zielen aus der Klimagruppe zumindestens Einsparpotentiale aufzeigen und unser Verhalten persönlich ändern. ... 

Ich bin Uwe,
seit meiner Studentenzeit versuche ich meinen ökologischen Fussabdruck klein zu halten. Im Klimabündnis treffe ich Leute mit denen ich meine Erfahrungen teilen kann.  

Ich bin Gernot,
mir gefällt der rege Austausch im Klimabündnis, der über die Bilanzierung der individuellen Verbrauchswerte von Strom, Gas und Benzin hinaus geht .... 

Ich heiße Ute. "Sei du selbst die Veränderung in der du leben möchtest", von M. Gandhi. Besser kann ich meine Motivation für den Klimaschutz nicht beschreiben. 

Wer sind wir? 

Wir sind 8 Familien, die in 7 Reihen-, bzw. Ein- und Zweifamilienhäusern mit Garten wohnen. Im Jahr 2010 zählten durchschnittlich 2,7 Personen zu einem Haushalt, inzwischen sind es nur noch 2,1 Personen. Die Kinder sind erwachsen geworden und fast alle ausgezogen. Wir sind also "in die Jahre" gekommen und heute mehr der Großelterngeneration zuzuordnen, aber dennoch auf den Fridays-for-Future-Demos wiederzufinden. Fast auf jedem Dach liegt inzwischen eine Photovoltaikanlage. Zum Haushalt gehören meist ein Auto, manchmal auch zwei, und diverse Fahrräder. Der Anteil elektrisch betriebener Fahrzeuge wächst. Wir können uns einen gewissen Konsum leisten. 


Durchaus bewusst ist uns die Tatsache, dass wir, bezogen auf die Weltgemeinschaft, die Mittelschicht des globalen Nordens repräsentieren. Und wir wissen auch, dass unser relativer Wohlstand und damit unser 

 

Konsumverhalten zu überdurchschnittlichen CO2-Emissionen führt. Aber muss das so sein? Ist das unvermeidbar? Führt jeder Wohlstand zwangsläufig in die Klimakrise? Das ist eine schwierige Frage. Wir sind unsicher geworden. Die Frage des Verzichts beschäftigt uns bei jedem Meeting. In jedem Fall versuchen wir Wohlstand mit Verantwortung zu verbinden, also z.B. vor jeder Kaufentscheidung zu reflektieren, indem wir, soweit möglich, Nachhaltigkeitskriterien beachten. So stecken wir unser Geld in Solaranlagen, beteiligen uns an Windrädern. Produzieren regenerative Energie, mehr als wir selbst verbrauchen, stellen sie also der Allgemeinheit zur Verfügung. Das verbessert zwar nicht immer unsere private CO2-Bilanz, aber die der gesamten Gesellschaft.

Sicher ist: Es reicht nicht weniger zu konsumieren, E-Autos zu fahren, mit Biogas zu heizen, auf Konsum zu verzichten. Denn das allein ist immer noch kein Weg zur Null-Emission. 


Für eine weltumspannende Transaktion in ein klimaneutrales Zeitalter werden alle gebraucht, also Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, und das in allen Ländern der Erde und ganz besonders bei uns.  Denn wir können es uns leisten.   


Wir glauben, dass die Klimawende den Einsatz einer engagierten Mittelschicht braucht, die nicht alle Energie und alle Mittel in die Existenzsicherung stecken muss, die es sich aber leisten kann, in nachhaltige Projekte für andere zu investieren, die Neues ausprobiert, z.B. als Pionier für besonders nachhaltige Technologien, Lebensformen oder für Alltagspraktiken wie Waschen, Kochen, Heizen, Urlaub machen. So wird Transformation auch für andere sichtbar. 


Uns eint der Wunsch, an einer umwelt- und sozialverträglichen, vor allem friedlichen Gesellschaftsentwicklung mitzuwirken und unser Leben daran auszurichten. Der Klimaschutz hat dabei eine zentrale Bedeutung. 

Wo leben wir? 

Wir leben in Springe am Deister mit ca. 13.000 Einwohnern in der Region Hannover. Als ehemalige Kreisstadt sind wir gut mit allen Einrichtungen zur Deckung des täglichen Bedarfs versorgt. Das ehemalige Kreiskrankenhaus ist uns allerdings abhanden-gekommen. Springe ist eine Pendlerstadt.  Was es hier nicht gibt, finden wir in Hannover, 30 Kilometer nördlich und mit der S-Bahn gut und bequem in 30 Minuten zu erreichen. Aber leider wird diese S-Bahn von Jahr zu Jahr unzuverlässiger, so dass immer mehr Leute wieder mit dem Auto in die Landeshauptstadt pendeln. 


Ebenso prägend für Springe ist das ländliche Umland mit fruchtbaren Agrarlandschaften im Norden und Osten sowie weite Buchenwäldern im Süden und Westen. Hier beginnt mit dem Deister das Berg- und Hügelland des Weserberglands.
Springe ist eine Stadt mit sehr großen kommunalen Forstflächen. Aufgrund dieser Ressource und den sehr interessanten Förderbedingungen des Bundes haben die Stadtwerke Springe im November 2020 ein Holzfernwärmeheizwerk in Betrieb genommen. 


Bis zum Jahr 2021 gab es hier eine Klimaschutzmanagerin. Das ist leider Geschichte, denn die Stelle ist nach wie vor unbesetzt und sie ist bisher nicht einmal neu ausgeschrieben worden. Die Kommune lässt sich damit Zeit. Springe zählte zu den Kleinstädten mit überdurchschnittlichem kommunalen Klimaschutzengagement. Das ist aber Geschichte, wird aber hoffentlich nicht so bleiben.  

Unsere Ziele

Viel wird über den Klimaschutz geredet. Aber im Alltag angekommen ist dieses Thema noch viel zu wenig. Oder kennt Ihr die Menge an Treibhausgasen (THG), die ihr jedes Jahr emittiert, bzw. zur Einhaltung der Klimaziele maximal emittieren dürftet?
Nur Wenige kennen ihren persönlichen CO2-Fußabdruck. Er hat im täglichen Leben keine, oder nur bei wenigen eine Bedeutung. Wären die Kosten, die Treibhausgasemissionen verursachen (Internalisierung externer Kosten), in alle Preise einbezogen, würde die Entscheidung, einen Urlaub mit Flugzeug zu buchen, bei Vielen anders ausfallen. Geht es um unser Geld, reagieren wir. Geht es "nur" um die CO2-Emission, berührt es uns kaum.  


Dem Klimawandel fehlt immer noch die notwendige Aufmerksamkeit, nicht nur bei Politik oder Industrie, sondern auch bei uns. Das wollen wir vom Klimabündnis Springe ändern. Aber wie? In dem wir von unseren Erfahrungen berichten. Wir gehen davon aus, dass es hilfreich ist zu wissen, 

  • wie wir unseren CO2-Fußabdruck deutlich verkleinern konnten, ohne an Lebensqualität oder Freiheiten zu verlieren, 
  • wo die größten Schwierigkeiten lagen und wie wir sie gelöst, bzw. nicht gelöst haben,
  • wie wir durch die jährlichen CO2-Bilanzen unsere Erfolge, Klimasünden und Einsparpotentiale kennenlernen und deshalb wissen, wie wir uns weiterentwickeln können.



Wir haben erfahren, welch positive Wirkung ein solches Bündnis haben kann. Es motiviert, stärkt, macht Spaß und gibt dem Leben einen Sinn. Schwierige Momente lassen sich in einer  Gruppe leichter bewältigen.

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ohne die Unterstützung der Politik, die die richtigen Rahmenbedingungen für uns und vor allem für die Industrie setzt, schaffen wir es nicht. Solange z.B. eine Bahnfahrt nach Rom mehr als doppelt so teuer ist wie ein Flug, stimmen die Rahmenbedingungen einfach nicht. Und auch dafür müssen wir uns einsetzen.  

Was hat sich für uns verändert? 

Jörg: 2012 habe ich als Erstbesteller den E-Smart gekauft. Ich bereue es nicht. 

Katrin + Rudolf: Viele Urlaube beginnen bei uns in Springe am Bahnhof.

Christian: Gasverbrauch halbiert, mit Holz aus dem Deister. 

Ute B.: Statt Auto nutze ich oft das E-Bike, für Einkäufe oder mal eben nach Hannover (30 km) 

Irma + Hans: Fahrradurlaub statt Fliegen. Wir sind begeistert! 

Christian: Wir tanken Solarstrom vom eigenen Dach. Die Benzinpreise kennen wir nicht mehr. 

Gertje: Die Photovoltaikanlage läuft von selbst, die Pelletheizung nicht ganz.  

Karin: Es ist bei mir die Erkenntnis gereift: "Weniger ist oft mehr!"

Ute M.:  Ich bin immer noch begeistert vom E-Auto. 

Andreas: Das Klimabündnis wird stärker wahrgenommen und stößt auf Interesse. 

Katrin: Mein Kleiderschrank ist übersichtlicher geworden! 

Kathrin: Die Wahrnehmung verändert sich und macht das eigene Verhalten bewusster.

Jörg: Ich habe ein gewisses Sendungsbewusstsein für das Klima-Thema entwickelt.

Uwe: Jetzt erfahre ich, wie andere, außerhalb meiner Ökoblase, den CO2-Fußabdruck verkleinern. 

Gerhard: Die Heizung läuft mit Pellets. Das spart nicht nur Geld, sondern schützt auch das Klima. 

Wie fing es an? 

Unsere Chronik

So fing es an: Die TAZ berichtete  im Dezember 2009 über die gescheiterte UN-Klimakonferenz in Kopenhagen. Die Staaten hatten es nicht geschafft, sich auf ein gemeinsames Klimaziel und gemeinsame Regeln für die Umsetzung zu einigen. Das wollten nun sechs Familien aus Springe im Kleinen realisieren. "Wir wollten nicht warten auf die große Politik, sondern selbst etwas tun." 


Vorausgegangen waren Jahre der Datenerfassung zur Dokumentation unseres privaten Ressourcen-Verbrauchs. Wir kannten uns also, hatten Erfahrung im Austausch von Daten, und wir vertrauten uns, hatten gemeinsam das Ziel ein Leben zu führen, das sich auch auf Dauer und ohne Inanspruchnahme einer 2. Welt verantworten lässt. 
Mit dem Scheitern der Kopenhagener Konferenz wurde dieses Anliegen noch verstärkt: Der Klimaschutz und damit die Minderung der CO₂-Emission sollte ab sofort verstärkt in den Fokus unserer Bemühungen rücken. Sechs Haushalte setzten sich das Ziel, bis zum Jahr 2020 mindestens 20% Treibhausgase einzusparen, also 2% pro Jahr. Und das nicht jeder Haushalt für sich, sondern in Summe über alle Bündnismitglieder. Im Jahr 2012 kamen 2 Familien dazu. 

Viele Fragen mussten geklärt werden. Hier ein paar Beispiele: 

  • Welche Lebensbereiche und Daten sollen erhoben werden? 
  • Was wird angerechnet, was nicht? 
  • Zählt der Weg zur Arbeit?
  • Wie wird grüner Strom bewertet, wie eine grüne Bahncard? 
  • Werden Kompensationszahlungen zugelassen und wenn ja, welche?
  • Wie werden Beteiligungen an Solar- oder Photovoltaikanlagen bewertet? 
  • usw. ...


Auf unseren jährlichen Meetings haben wir uns auf Spielregeln geeinigt. Hier werden die jährlichen Klimabilanzen besprochen und ausgewertet. Diese Meetings dienen aber auch der Klärung und Weiterentwicklung diverser Fragestellungen. 

Mit 16 Erwachsenen hat der Kreis  eine wohnzimmertaugliche Größe. Damit haben unsere Runden einen privaten und freundschaftlichen Charakter. Bis heute sind alle dem Klimabündnis treu geblieben. 

Meine Klimasünde, von der ich nur schwer lassen kann

Irma: Kein Kompromiss mehr! 21,5 Grad im Wohnzimmer müssen sein. 


Ute B.: Von Joghurt und Käse kann ich nur schwer lassen. Milch habe ich durch Hafermilch ersetzt. 

Hans: Die Bratwurst! Ich liebe sie! Ich komme an kaum einer Bratwurstbude vorbei. 

Rudolf: Eigentlich steht unser Auto nur rum. Ganz abschaffen will ich es trotzdem nicht.

Katrin: Kaffee – auf den kann ich nur schwer verzichten.

Andreas: Anschluss  an die Nahwärme aus erneuerbaren Energien verpasst.

Kathrin: Ich weiß, wie viel kommu-nale Politik bewir-ken kann, aber die Power fehlt mir. 

Karin: Mein Fleischkonsum. Leider ist unser Hund auch kein Vegetarier.

Uwe: Meinen Fleischkonsum weiter zu reduzieren fällt mir schwer. 

Vorsätze für die nächsten Jahre?

Katrin+Rudolf: Wir wollten und haben seit 2022 die Gasheizung auf 100% Biogas umgestellt und finanzieren nicht mehr Putins Krieg! 

Katrin: Wäsche trocknen mit Sonnenenergie. Einen Wäschetrockner brauche ich dafür nicht. 

Ute B. + Uwe: Wir haben immer noch zu viel Verpackungsmüll. 

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